September 10, 2018

BIM (Building Information Modeling)

schon längst Standard bei Lindab

BIM ist in aller Munde. Auf kurz oder lang werden Baubeteiligte nicht um das Thema herum kommen. Aber was ist BIM überhaupt? Welche Vorteile bringt BIM und wie sieht die Anwendung in der Praxis aus? Was Sie schon immer über BIM wissen wollten, erfahren Sie hier in unserer neuesten Newsletter Ausgabe.

Ihr Steffen Hackert
Manager ITsolutions

 

 
Was ist BIM?
Es gibt wahrscheinlich so viele Vorstellungen von Building Information Modeling (BIM), wie es BIM-Nutzer – oder Aspiranten – gibt. Warum das? Wahrscheinlich, weil die allumfassende Idee von BIM sich auf so viele verschiedene Interessengruppen bezieht und jedem von ihnen spezifische Vorteile bietet.
Also, was ist BIM wirklich?
Nun, es ist nicht nur eine 3D-Visualisierung eines Gebäudes. Vielmehr ist BIM eine strukturierte Information, die an Geometrien gebunden ist – eine digitale Repräsentation eines Gebäudes, die erklärt, wie alles zusammenhängt und sicherstellt, dass alles zusammenpasst. Alles von Bauräumen und Systemen bis hin zu spezifischen Produkten in den Räumen. Die Verwendung von BIM ist eine Arbeitsweise, die Prozesse und die Koordination von allem, was mit diesen Informationen zusammenhängt, verbessert. Dementsprechend ist es ein umfassendes Werkzeug für alle am Bau Beteiligten – von Architekten und technischen Beratern über den Aufbau von Teams und Lieferanten bis hin zu den zukünftigen Immobilienmanagern.

Eigentlich ist BIM der rote Faden oder die DNA eines Bauprojekts. Es gilt für den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes, von der ersten Idee bis zum endgültigen Abriss.
In der Regel betrachtet ein Investor bzw. Betreiber eines Gebäudes noch wesentlich mehr als die reine Bauphase. Für die Baubranche und somit allen am Bau Beteiligten kann aber vereinfacht gesagt werden, es geht darum alle erforderlichen Dateien und Daten, die sie in jeder einzelnen Bauphase des Projekts benötigen, zur Verfügung zu stellen. Hintergrund und wichtig dabei ist, dass unnötige Redundanzen und somit Zeit in sich wiederholende Tätigkeiten vermieden werden. Dadurch sollen u.a. Schnittstellenfehler und daraus resultierende Falschlieferungen entfallen.
Dafür ist es allerdings erforderlich die Produktinformationen der später verwendeten Produkte von Anfang an mit in die Planung einzubeziehen. Ein späterer Produktwechsel, ohne Änderung in der BIM-Struktur kann fatale Folgen für ein Bauvorhaben, verbunden mit hohen Kosten, mit sich ziehen.
 
BIM-Begriffe
Immer wieder hört man, sobald von BIM die Rede ist, lediglich von der Softwarelösung Revit. Doch betrachten wir einmal das Thema BIM genauer, so kann gesagt werden: Revit ist BIM, keine Frage. Doch BIM ist nicht nur Revit. Um dies zu verdeutlichen, werde ich hier die Begriffe in der BIM-Welt einmal genauer betrachten:
 
 
Folgendermaßen bedeutet dies also, dass es nicht nur „closed BIM“-Systeme, so wie es z.B. Revit darstellt, gibt, nein, auch ein „open BIM“-System wie z.B. AutoCAD, stellt eine mögliche Variante dar. Wichtig ist dabei nur, dass alle Beteiligten mit derselben BIM-Schnittstellen arbeiten, um somit Zugriff auf alle notwendigen Informationen zu erhalten bzw. alle wichtigen Informationen aus Ihrem Gewerk für alle anderen bereit zu stellen.
Die zeitlichen Arbeitsabläufe der Projektphasen lassen sich für die beiden Varianten wie folgt darstellen:
 
 
Gesetzliche Grundlagen von BIM
In dem vom BMVI veröffentlichen Papier „Stufenplan digitales Bauen“ heißt es: „Planen und Bauen stehen für international anerkannte Kernkompetenzen Deutschlands. Die deutsche Planungs- und Bauwirtschaft stellt jedes Jahr tausendfach unter Beweis, dass sie effizient und mit hoher Qualität bauen kann. Trotzdem kam es bei einer Reihe von Großprojekten zu Verzögerungen und Kostenüberschreitungen. Deshalb hat das ehemalige Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung die Reformkommission Bau von Großprojekten einberufen, um Fehlentwicklungen entgegenzuwirken. Der von der Reformkommission initiierte Stufenplan definiert ein gemeinsames Verständnis der Methode BIM und legt die Anforderungen fest, die das Bundesamt für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) an digitale Modelle und das gemeinschaftliche Arbeiten mit BIM stellen wird.“ Weiterhin wird im Stufenplan wie folgt definiert: „Leistungsniveau 1 beschreibt die Mindestanforderungen, die ab Mitte 2017 in der erweiterten Pilotphase und dann ab 2020 in allen neu zu planenden Projekten mit BIM erfüllt werden sollen. Öffentliche Auftraggeber im Zuständigkeitsbereich des BMVI müssen bis dahin in der Lage sein, die hier spezifizierten Anforderungen in Neuausschreibungen von Planungsleistungen anzuwenden.“
Ziel ist also BIM flächendeckend in Deutschland einzuführen. Nach der Verabschiedung des Stufenplans geht es nun also an die Umsetzung. Doch genau hier liegt das Problem. Mit Einführung von BIM werden neben Änderungen von Bauabläufen, durch die Einbeziehung von unterschiedlichsten Partnern, bereits in der ersten Planungsphase, weitreichende Gesetzesänderungen bei der Vergabe, Ausschreibung und Umsetzung von Bauprojekten erforderlich. Standards sind bis heute nicht definiert und wir sind weit davon entfernt diese erforderlichen Änderungen zur BIM-Einführung in Kürze zu erleben.
 
Lindab und BIM
CADvent, als Aufsatzmodul auf AutoCAD, zählt, wie wir oben gesehen haben, zu den „open BIM“-Systemen. Hinterlegt sind schon immer standardmäßig neben Abmessungen alle relevanten Druckverlust- und Schalldaten, nicht nur hinter der jeweiligen Komponente, sondern auch die Eigenschallerzeugung, die Schalldämmung und eine evtl. notwendige Schalldämpfung. Durch die Verbindung mit AutoCAD lassen sich verschiedenste Lindab-Daten über die IFC-Schnittstelle exportieren.
Die bei Lindabs CADvent hinterlegten Werte sind im Labor gemessen und betrachten die tatsächlichen Auslegungsbedingungen, dabei werden u.a. Luftmengen und Luftgeschwindigkeiten aus dem jeweiligen Projekt berücksichtigt. Unter Einbeziehung des Lindab Online-Moduls lindQST können weiterhin Raumsimulationen der auftretenden Luftbewegungen und -geschwindigkeiten im Raum bzw. Im Aufenthaltsbereich des Raumes simuliert werden.
 
Warum sollte ich BIM verwenden?
Einfach weil BIM einen Mehrwert für alle schafft!

Architekten und Ingenieure:
Architekten und Ingenieure hatten schon immer Schwierigkeiten, ihre vielen verschiedenen Disziplinen bei der Planung eines Bauvorhabens zu koordinieren. Mit BIM verschieben sich die Phasen des Designs von dokumentbasierten Projektphasen zu einem kollaborativeren, modellbasierten Ansatz. Auf diese Weise kann jede Disziplin frühzeitig in den Entwurfsprozess eingreifen, wenn wichtige Entscheidungen wie Gebäudeorientierung und Auswahl wichtiger Baustoffe getroffen werden müssen.

Konstruktion:
Das Bauteam hat während der Bauphase Zugriff auf die vollständigen Materialinformationen. Nicht nur Visualisierungen, sondern auch die vollständigen Spezifikationen zur Installation und Wartung.

Risikomanagement:
Die heutigen Bauvorhaben sind äußerst komplex. BIM bringt alle Informationen über jede Komponente eines Gebäudes zusammen und ermöglicht es jedem, auf diese Informationen für beliebige Zwecke zuzugreifen. Durch das Signalisieren von Konflikterkennung verhindert BIM Fehler, die sich in den verschiedenen Phasen der Entwicklung oder Konstruktion einschleichen. Auf diese Weise wird das Risiko von Fehlern oder Diskrepanzen reduziert und Fehlkosten minimiert.

Besitzer, Betreiber und Hausverwalter:
BIM bietet Informationen zur Verwaltung und Wartung des Gebäudes. Außerdem sind die Informationen beim Rekonstruieren oder Renovieren von Wert.
Meiner Meinung nach ist BIM ein Mittel, um die Rentabilität und Effizienz für alle Beteiligten während des Lebenszyklus eines Gebäudes durch Digitalisierung und Nutzung von Technologie und kollaborativer Arbeitsweise zu verbessern. Anders ausgedrückt: BIM bringt Bau in das 21. Jahrhundert. Herzlich willkommen!